Gemeinsames Lernen an der Geschwister-Scholl-Realschule

Mit dem Schuljahr 2007/2008 begann an der Geschwister-Scholl-Realschule der „Gemeinsame Unterricht“ (GU), wie die Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach damals geltendem Recht genannt wurde.
In der damaligen Jahrgangsstufe 5 wurde eine GU-Klasse gebildet, in der erstmalig Schüler mit Förderbedarf beschult wurden. Es handelte sich dabei um drei Schüler mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung und eine Schülerin mit dem Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung, die von einer Sonderpädagogin betreut wurden.


In den folgenden Jahren  gab es in jeder Klassenstufe eine Klasse, die sogenannte GU-Klasse, in der behinderte und nicht-behinderte Schüler und Schülerinnen (SuS) gemeinsam unterrichtet wurden. In einer GU-Klasse wurden maximal fünf Schüler mit Förderbedarf aufgenommen. Diese Klassen hatten im Vergleich zu den anderen Klassen des jeweiligen Jahrgangs eine geringere Schülerzahl. Bis Ende des Schuljahres 2012/13 wurden nur Schüler aufgenommen, die zielgleich, d.h. auf Realschulniveau mit Realschulempfehlung, gefördert und unterrichtet werden konnten. Ab dem Jahrgang 2013/2014 wurden erstmals auch SuS mit dem Förderbedarf  Lernen bei uns aufgenommen und zieldifferent unterrichtet.


Mit dem Schuljahr 2014/2015 trat  für die schulische Förderung ein neues Recht in Kraft, mit dem in NRW die Vorgaben der Vereinten Nationen für die Inklusion umsetzen werden sollen. Seitdem muss jede Klasse auch SuS mit besonderem Förderbedarf aufnehmen. Dies wird im neuen Recht „Gemeinsames Lernen“ (GL) genannt. Nach neuem Recht sollen nicht mehr einzelne SuS in den entsprechenden Klassen, sondern nahezu die gesamte Schule von den Sonderpädagog*inn*en unterstützt werden. Derzeit werden verteilt in allen Jahrgangsstufen insgesamt 30 SuS mit Förderbedarf in den Schwerpunkten Lernen, Sprache, emotional-soziale Entwicklung sowie körperlich-motorische Entwicklung unterrichtet.


Für alle Schüler mit Förderbedarf sollen im Verlauf eines Schuljahres Förderkonferenzen stattfinden, an denen alle in der Klasse unterrichtenden Lehrer teilnehmen. Ziel ist die Erarbeitung eines jeweils individuellen Förderplans, in dem Verhaltens- und Lernziele und andere z.B. fachliche Maßnahmen für die einzelnen SuS festgelegt werden.
Es gibt inzwischen ein festes Team bestehend aus einer Sonderpädagogin, Frau Koller, und einem Sonderpädagogen, Herrn Maiworm. Im Schuljahr 2015/16 werden die beiden von Frau Fretz unterstützt, die sich ausschließlich um den Bereich Übergang Schule – Beruf kümmert und in diesem Bereich die Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrer ist.


Durch die oben beschriebenen neuen rechtlichen Vorgaben ergeben sich zwangsläufig Verschiebungen bei den Tätigkeitsschwerpunkten des Sonderpädagoge-Teams. Der Einsatz der Sonderpädagogen kann sehr unterschiedlich  sein und richtet sich individuell danach, was nötig und vor allem auch möglich ist.
Sie können entweder unterstützend im Unterricht mit dabei sein, was wird aufgrund der steigenden Zahlen der Schüler mit Förderbedarf jedoch immer seltener möglich sein wird, oder sie bieten für einzelne Schüler oder Kleingruppen Förderstunden oder zusätzliche Betreuung bei Klassenarbeiten an.


Darüber hinaus sind die Sonderpädagogen beratend tätig und übernehmen, vor allem für die Förderschüler, große Teile der Elternarbeit. Zur beratenden Tätigkeit gehört u.a. auch die Beobachtung von Schülern in anderen Klassen und, bei Bedarf, eine weitergehende Diagnostik. Hierdurch kann festgestellt werden, ob ein Schüler evtl. Förderbedarf hat, der bisher noch nicht erfasst wurde und die Eltern zeitnah einen AO-SF- Antrag stellen können bzw. sollten.
Dies wird in diesem Schuljahr erstmals in den neuen Klassen 5 während der ersten Wochen des Schuljahres in Form von Beobachtungen der gesamten Schülergruppen und nach Bedarf durch weitergehende diagnostische Screenings für die Bereiche Deutsch und Mathe umgesetzt.